Bronzezeit (von ca. 2.500 bis 800 Jahren vor unserer Zeitrechnung)
Der letzte Abschnitt der Steinzeit wird als Kupferzeit bezeichnet. In dieser Periode begannen die Menschen Erze zu gewinnen und auch zu verarbeiten. In Österreich gibt es zahlreiche Fundstätten mit Kupfersteinzeitlichen Reliquien. Der wesentliche Vorteil, den Bronze gegenüber Kupfer aufweist, ist seine Härte. Im Gegensatz zu Kupfer ist Bronze eine Legierung, die zu 90% aus Kupfer und zu 10% aus Zinn besteht. Im Orient kannte man die Herstellung von Bronze bereits im 4.Jt. vor unserer Zeitrechnung. Von dort trat es seinen „Siegeszug“ nach Europa an. Ackerbau, Viehzucht, Handwerk und Handel boten in dieser Epoche eine breitere Palette von Berufen. Interkontinentaler Warenaustausch sorgte für die Verbreitung von Rohstoffen, Lebensmitteln und Kunstgegenständen.
Werkzeuge: Die Bronze wurde für die Herstellung von Waffen verwendet. Zweischneidige Dolche waren die Universalwaffe jener Zeit. Man fand jedoch auch viele Schwerter, Lanzen und Pfeilspitzen aus Bronze.
Lanzenspitzen / Museum Frög
Menschen: Die wichtigste Kleidung jener Zeit im Mitteleuropa waren Tierfelle. Auf dem Kopf trug man Leberhauben oder Metallhelme. Gejagt wurde mit Pfeil und Bogen oder Lanzen. Die Menschen hatten Lederharnische und schützten sich mit Metallschilden. Der Schmuck wurde immer vielfältiger. Nadeln hielten das Gewand zusammen und dienten auch als Verzierung. Ohrringe, Halsbänder, Fingerringe sowie Arm- und Beinreifen „verschönten“ die Menschen. In der Bronzezeit wurde auch das Glas bekannt und weit verbreitet. Dieses war meist durch die Zugabe von Mineralien gelb, grün oder blau gefärbt.
In der Bronzezeit kam es zu einer weiteren Revolution: Das Pferd wurde zum treuen Gefährten und Mitarbeiter des Menschen. So wurden nicht nur Arbeiten, wie die Bestellung der Felder, erleichtert, auch die Mobilität des Menschen vergrößerte sich. Weite Strecken konnten rascher und komfortabler zurückgelegt werden.
Gräber: In der Art und Weise wie die Verstorbenen bestattet wurden, unterscheiden sich die einzelnen Geschichtsepochen voneinander. Aber auch innerhalb der Zeitabschnitte gibt es regions- und zeitbedingte Abweichungen. Am häufigsten findet man in der Bronzezeit die Bestattung in Hügelgräbern. Dabei wurden die Verstorbenen entweder in gestreckter Haltung oder verbrannt, in einer Urne, unter einen Hügel aus Steinen und/oder Erde bestattet. In diesen Hügelgräbern fand man vielfältige Beigaben, wie Keramik, Schmuck oder Waffen. Oftmals waren diese Hügel auch von Steinkreisen umschlossen.
Österreich: In Österreich gibt es zahlreiche Fundstätten aus der Bronzezeit. Eines der interessantesten Exemplare ist ein Metallhelm mit Wangenklappen, der am Pass Lueg gefunden wurde.
Kärnten: Auch in Kärnten fand man diverse Relikte aus der Bronzezeit. An mehreren Kärntner Seen wurden Siedlungsreste entdeckt. Im Satnitzgebiet bei Klagenfurt fand man mehrere Einbäume aus der Bronzezeit. Dies deutet in erster Linie darauf hin, dass in dieser Region Fischfang betrieben wurde. In Pritschitz, ebenfalls am Wörthersee gelegen, wurde ein bronzezeitliches Grab mit einer unverbrannten Leiche samt Beigaben entdeckt.

Das Pferd wird zum wichtigsten Gefährten des Menschen




