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Hallstatt- und LaTenezeit
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Hallstattzeit - von ca. 850/800 bis 450 Jahren vor unserer Zeitrechnung

Mit der Gewinnung und Nutzung von Eisen begann ein neuer Abschnitt der Menschheitsgeschichte. Dieses Material revolutionierte das Handwerk, die Landwirtschaft und letztlich auch das Kampf- und Kriegswesen. Das Eisen war um vieles härter als die Bronze und dadurch auch widerstandsfähiger und länger verwendbar. Dennoch dauerte es eine geraume Zeit bis das Eisen seinen Siegeszug durch ganz Europa antrat. Zu Beginn der Hallstattzeit war die Bronze weiterhin das beliebteste und am häufigsten verwendete Material. 

Die älteste Periode der Eisenzeit wird nach dem kleinen Ort Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut bezeichnet. Hier wurde ein Feld mit über 1.000 Gräbern entdeckt, mit zahlreichen interessanten und wertvollen Beigaben. Die Funde gewähren gute Einblicke in diese spannende Epoche.

Menschen und Gesellschaft: Man weiß heute leider nicht mehr sehr viel über die Menschen der Hallstattzeit. Lange Zeit vermutete man illyrische Völker als Träger der Kultur, jedoch weicht die Geschichtswissenschaft gegenwärtig von dieser Vorstellung ab. Sicher ist nur, dass zu jenem Zeitraum verschiedene Volksstämme und Gruppen über den gesamten Alpenraum verbreitet waren. Ein Großteil der Bevölkerung waren Bauern. Daneben gab es Handwerker und im zunehmenden Maße auch Händler. In der Hallstattzeit florierte der Handel in Europa. Zwischen dem Skandinavischen Raum und dem Mittelmeer wurden Lebensmittel, Rohstoffe und Fertigprodukte ausgetauscht. Verschiedene Funde zeugen von dieser ersten „Globalisierungsphase“.

Hallstatt  

 

 

 

 

 

 

 Hallstatt im Salzkammergut

Froeg-(25)

 

  

  

 

 

 

  

 Hochzeit in der Hallstattzeit - Museum Frög

 

Gräber / Grabfelder: Die Hallstatt-Eisenzeit zeichnet sich durch unterschiedliche Bestattungsrituale aus. Die meisten Menschen wurden in Gräberfeldern beigesetzt. Es gab Aschen- oder Körperbestattungen, die mitgegebenen Beigaben waren jedoch eher bescheidener Natur. Neben diesen Flachgräbern gab es jedoch auch die Hügelgräber der Fürsten. Diese beherbergten höhergestellte Persönlichkeiten, die zahlreiche Beigaben (Waffen, Schmuck, Gefäße,…) auf ihrem Weg ins Jenseits mitbekamen. Je nach gesellschaftlicher Stellung waren diese Beigaben aus Gold oder anderen Materialien. Die Gefäße wiesen unterschiedliche Formen und Verzierungen (Mäander, Striche, Tier- oder Menschenfiguren) auf.

 

Froeg

 

 

 

 

 

 

 

 Grabhügel in Frög

  

Kunst / Kult: Man gab den Verstorbenen Kunst- und Kultgegenstände mit ins Grab. Besonders interessante Kultobjekte sind Streitwägen - am bekanntesten sind jene Funde aus Strettweg in der Steiermark und Budakalasz in Ungarn. In Kärnten fand man in einem Grabhügel in Frög bei Rosegg ebenfalls einen kleinen Wagen aus Blei und Bronze.

Eisen: Das norische Eisen, das die wirtschaftliche Sonderstellung des Kärntner Raums mitbegründete, wurde bereits in der Hallstattzeit gewonnen. Zur Weiterverarbeitung wurde ein Ofen errichtet, in dem das Eisenerz gemeinsam mit Kohle gelagert wurde. Bei einer Temperatur von ca. 1.100°C trennte sich das Mineral vom übrigen Gestein und rann als sogenannte „Luppe“ zu Boden. Während die Schlacke durch ein Loch im Ofen abgelassen wurde, musste man mit der Gewinnung des Eisens auf dessen Abkühlung warten. Durch ein erneutes Erhitzen konnten die restlichen Beimengungen beseitigt und das Material weiter verarbeitet werden. Das norische Eisen zeichnete sich durch eine besonders gute Qualität aus, weshalb es auch in der Folgezeit von den Römern als beliebte Handelsware angesehen wurde. 

Salz: Das „weiße Gold“, wie das Salz auch genannt wird, war für die Bevölkerung der Hallsattzeit für eigene Zwecke aber auch für den Handel besonders wichtig. Konträr zur Gegenwart, wo das Salz mit Wasser ausgelaugt wird, mussten es die Menschen in der Hallstattzeit mit Beil und Pickel aus dem Berg gewinnen. Mit Ledertragekörben wurde es dann weitertransportiert. Man fand zahlreiche Relikte dieser Tätigkeit: Arbeitskleidung aus Leder und Fell, Tragesäcke oder Steigbäume. Zur Beleuchtung verwendete man Kienspäne.

Kärnten: In Kärnten entwickelten sich in der Hallstattzeit verschiedenen Zentren. Der bekannteste Fundort ist Frög bei Rosegg, aber auch in Gurina (Gemeinde Dellach im Gailtal), auf dem Lambrechtskogel (Bezirk Völkermarkt), der Gracarca (Bezirk Völkermarkt), dem Kathreinkogel (Bezirk Klagenfurt Land) oder auf dem Tscheltschnigkogel bei Villach finden sich Siedlungsreste aus der frühen Eisenzeit.