| Beitragsseiten |
|---|
| Römerzeit |
| Seite 2 |
| Seite 3 |
| Alle Seiten |
Schlacht bei Noreia
Die Schlacht bei Noreia (um 113 vor unsrere Zeitrechnung) rückte das Gebiet des heutigen Kärntens in den Mittelpunkt der Weltgeschichte. Die germanischen Stämme der Kimbern und Teutonen zogen, wahrscheinlich durch Klimaveränderungen und Hungersnöte aus ihrer Heimat im Norden Europas vertrieben, bis an die Grenzen des römischen Reiches. Dies war nach den Punischen Kriegen, in deren Verlauf der größte Konkurrent Roms, Karthago, zerstört wurde, eine neue ernste Gefahr für das römische Reich. Daher bemühten sich die Vertreter der römischen Republik, allen voran der Konsul Gaius Papirius Carbo, um eine rasche Beseitigung der drohenden Gefahr. Die mit den Römern verbündeten Noriker sollten die Germanen in einen Hinterhalt locken, doch das Manöver misslang. Zwei römische Legionen (je 6.000 Soldaten) wurden von den Kimbern in der sagenumwogenen Schlacht von Noreia besiegt. Den Berichten zufolge soll eine noch größere Niederlage nur durch ein einsetzendes Gewitter verhindert worden sein. Die Germanen fürchteten die Gewalt ihres Gottes Donar, der im Gewitter all seine Macht demonstrierte, und zogen sich daher vom Schlachtgeschehen zurück.
Die germanischen Stämme wandten sich nun nach Westen und blieben bis zu ihrer endgültigen Vertreibung um 101 vor unserer Zeitrechnung eine stete Gefahr für das römische Imperium. (Die Berichte über die Schlacht bei Noreia stammen in erster Linie von den Geschichtsschreibern Strabon und Appian. Da beide keine Zeitzeugen waren und nur wenige Angaben gemacht wurden, muss ihre Betrachtung mit einer gewissen Vorsicht genossen werden.)

Gaius Papirius Carbo
Der Ort Noreia Wo befand sich nun das sagenhafte Noreia? Zu dieser Frage gibt es leider noch keine allgemein gültige Antwort. Julius Caesar erwähnt in seinem „Gallischen Krieg“ das Land der Noriker mit ihrer Hauptstadt Noreia. Durch seine Angaben wissen wir, dass der Ort nördlich der Karawanken lag. Die Römer hatten ein großes Interesse an dem „norischen Eisen“, das von besonderer Qualität war. So betrieb man eine intensive Zusammenarbeit. Vor allem die Siedlung auf dem Magdalensberg spielte bei dem Handel eine große Rolle. Deshalb wird auch dieser Ort häufig mit dem Austragungsort der Schlacht gleichgesetzt.
Für viele Historiker ist der kleine Ort „Noreia“ an der Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark (nahe Wildbad Einöd) der Austragungsort der Schlacht. Der antike Schriftsteller und Geograf Strabon gibt in seinem Bericht den Schlachtort mit einer Entfernung von 1.200 Stadien (ca. 222 km) von Aquileia entfernt an. Zudem berichtet er von Gold und Eisenfunden in der Region. Der Ort Noreia ist auch in der bekannten Tabula Peutingeriana zu finden.
Dabei handelt es sich um eine Karte mit allen bekannten Straßenverbindungen im römischen Reich. Dieses Straßenverzeichnis stammt aus der Mitte des 4. Jahrhunderts. Die Poststation Noreia (die den Namen der antiken Siedlung übernommen haben soll) befand sich, nach den Beschreibungen der Tabula Peutingeriana, 27 römische Meilen (40 km) von der Hauptstadt Virunum entfernt. Dies lässt sich auch mit Funden aus dem genannten Ort an der kärntnerisch-steirischen Grenze belegen.

Tabula Peutingeriana
Für andere Wissenschaftler ergibt sich jedoch ein differentes Bild. Für sie ist die Bezeichnung „Noreia“ die allgemeine Bezeichnung für eine „keltische Siedlung“ auf dem Gebiet der Noriker. Damit könnten mehrere Ortschaften der Austragungsort der Schlacht gewesen sein.
Einer jener Orte wäre die antike Siedlung auf der Gracarca (Nahe der Stadt Völkermarkt in Unterkärnten). Für diese Theorie sprächen einige der erwähnten Ortsangaben. So hatte diese Siedlung etwa die Kontrolle über die Hüttenberger Eisenvorkommen. Auch eine Goldwascheinrichtung könnte hier vorhanden gewesen sein. Zudem wird von einigen Historikern auch vermutet, dass die Heiligtümer der Göttin Noreia als „Noreia“ bezeichnet wurden. Von dieser Annahme ausgehend, müsste der Schlachtort Noreia keine Siedlung gewesen sein. Damit rückt auch Hohenstein bei Liebenfels wieder ins Zentrum der Überlegungen. Hier fand man ein Heiligtum der Noreia, dem eine heilende Wirkung zugeschrieben wurde. Auch am Gipfel des schon genannten Magdalensberg gab es ein bekanntes Heiligtum der Göttin Noreia.




