Ursprung des Osterfestes:
Das theologisch bedeutsamste christliche Fest ist Ostern, das mit dem Tod und der Auferstehung Christies identifiziert wird.
Es beendet die Zeit des Fastens und zelebriert eine neue Ära. Ostern fällt auch in die Zeit des Frühlingserwachens, wenn die ersten Blumen zu blühen beginnen, die Bäume ihre neuen Triebe erhalten und die Tiere aus dem Winterschlaf erwachen. Die Natur gewinnt den Kampf gegen Kälte und Schnee, der jährliche Zyklus des Entstehens und Vergehens beginnt erneut. Durch diese intensive Verbindung zur Natur kommt dem Osterfest eine zusätzliche, jenseits christlichen Glaubens basierende, Bedeutung zu.
Selbst die vom Menschen beeinflusste Umwelt beginnt sich zu transformieren. Städte erhalten eine neue Verpackung, Plätze und Straßen werden von Blumen und österlichen Symbolen gesäumt, Pflanzentröge aufgestellt und die Schaufenster frühlingshaft dekoriert. Märkte bilden das österliche Zentrum der Städte. Ähnlich ihrer Pendants zur Weihnachtszeit erfreuen sich die Ostermärkte steigender Beliebtheit, auch wenn ihnen weniger Publicity zu Teil wird. Für die Christen ist Ostern das Fest der Auferstehung Jesu, die Basis ihres Glaubens. Christus siegte über das Böse, Liebe und Wahrheit triumphierten über die Dunkelheit, der „wahre Glaube“ trat seinen Siegeszug an.
Ostern wird am Wochenende nach dem ersten Frühlingsvollmond zelebriert, daher variiert der Termin jährlich und kann zwischen dem 22. März und dem 25. April stattfinden. Diese intensive Verbindung zum astronomischen Frühlingsbeginn lässt auf vorchristliche Wurzeln schließen. Tatsächlich könnte sich der Name „Ostern“ von der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin „Ostara“ ableiten. Beim Fest zu Ehren der Göttin wurden, als Sinnbild der Fruchtbarkeit und des Erwachens der Natur, Eier gegessen und verschenkt. Man zelebrierte den Sieg des Tages über die Nacht, des Lichts über die Dunkelheit. Eine andere (kirchliche) Erklärung sieht im jüdischen Passahfest den Ursprung von Ostern. Dieses richtet sich ebenfalls nach dem Frühlingsvollmond, kann jedoch auf jeden Wochentag fallen. Das Konzil von Nicäa (325 nach unserer Zeitrechnung) legte daher, als Unterscheidungskriterium, den ersten Sonntag nach dem Vollmond als beständigen Ostertermin fest.
Der Terminus „Ostern“ könnte sich jedoch auch vom Osten herleiten, der Himmelrichtung, in der die Sonne aufgeht, wo symbolisch betrachtet das neue Leben entsteht.Das Osterfest beendet die vierzigtägige Passionszeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt und ihren Höhepunkt in der Karwoche, der Woche zwischen Palmsonntag und Karsamstag, erreicht. Während der erste Teil der Fastenzeit im Zeichen der Trauer steht, soll im zweiten Teil der Erlösung der Menschheit durch den Opfergang Christi gedacht werden. Der Gründonnerstag erinnert an das letzte Abendmahl, der Karfreitag an die Gefangennahme und Kreuzigung Jesu – beide tagen zählen damit zu den Trauertagen in der christlichen Kirche. Dagegen symbolisiert der Ostersonntag die Auferstehung und steht folglich für eine neue Hoffnung.
Fastentücher:
In früheren Epochen sollte die Fastenzeit den Menschen nicht nur eine physische (durch den Essensentzug) sondern auch eine seelische Qual bescheren. Die Erbschuld des Menschen, seine Sünden, für die Jesus starb, sollte durch einen Entzug der Gottesliebe abgegolten werden.
Aus diesem Grund wurden in den 40 Tagen der Fastenzeit in vielen Kirchen sogenannte Fastentücher vor dem Altar angebracht. So konnte der Predigt zwar gelauscht werden, das Allerheiligste blieb dem Auge jedoch verborgen. Einige dieser Fastentücher stammen noch aus dem Mittelalter und sind durch ihre detaillierten und außergewöhnlichen Darstellungen von großem künstlerischem Wert. Vor allem Szenen aus dem Leben Christie und seiner Leidensgeschichte zierten die Tücher. Daneben fand man auch Motive aus dem Alten Testament, die auf das Leinen gemalt, gestickt oder appliziert wurden.
Kärnten weist eine verhältnismäßig große Zahl an Fastentüchern auf, die partiell nach wie vor zur Passionszeit die Altäre verhüllen. Das bekannteste Fastentuch stammt aus dem 15. Jahrhundert und befindet sich im Gurker Dom. Es enthält 99 Einzelmotive (50 Szenen aus dem Alten Testament und 49 Darstellungen aus dem Neuen Testament), die teilweise mit Erklärungen in deutscher Sprache versehen wurden, weshalb das Tuch auch als „Armenbibel“ bezeichnet wird. Weitere Tücher findet man in Millstatt, Bad St. Leonhard, Steuerberg, Haimburg oder in Baldramsdorf. Insgesamt sind 23 Kärntner Fastentücher bekannt.

Gurker Fastentuch
Ostereier
Zu den bekanntesten Symbolen zur Osterzeit zählen definitiv die Ostereier. Eier in verschiedensten Größen, Farben und Materialien dominieren das Osterfest. Das Ei ist seit jeher ein Symbol der Fruchtbarkeit und der Entstehung neuen Lebens. Seine Form beinhaltet keinen Anfang und kein Ende, wodurch seine göttliche Natur in verschiedenen Kulturen als bestätigt galt. In früheren Zeiten wurden Verstorbenen Eier als Grabbeigabe in der Hoffnung auf Auferstehung mitgegeben. Diese Tradition führt zur „Auferstehung Jesu“ und erklärt die zentrale Präsenz der Eier zur Osterzeit. Ob als Nahrungsmittel, Ziergegenstand oder Zahlungsmittel – Eier fanden und finden verschiedenste Verwendung. Die Tradition Eier bunt zu bemalen stammt aus dem Mittelalter. Dadurch sollten geweihte von ungeweihten Eiern unterschieden werden. Die Wahl der Farbe war symbolisch. Zunächst wurden sie ausschließlich rot oder golden koloriert. Das Rot sollte das Blut Jesu symbolisieren, das für die Menschheit vergossen wurde. Später wurden auch andere Farben sinnbildlich verwendet - Gelb symbolisierte Erleuchtung und Weisheit, Weiß die Reinheit, Grün die Unschuld und Jugend, und Orange stand für Kraft, Ausdauer, Ehrgeiz und Wärme. Heute werden Eier in den verschiedensten Farben koloriert oder mit ornamentalen oder figürlichen Mustern verziert. Eier von Hühnern, Gänsen, Enten oder Sträußen werden bemalt und dekoriert. Es gibt Eier aus Schokolode, Marzipan oder Zucker, und als Ziergegenstände findet man sie aus Kunststoff, Porzellan oder Glas.

Osterhase
Ein allgegenwärtiges Symbol zur Osterzeit ist auch der Hase, der nach dem Volksglauben die Eier verteilt. Der Hase ist ein uraltes Symbol der Fruchtbarkeit. Er war Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe, und Ostara, der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin, geweiht. In der byzantinischen Mythologie ist hingegen der Hase das Symbol für Christus. Auch bei diesem Symbol erahnt man eine Aufnahme heidnischer Traditionen durch die christliche Religion, mit dem Versuch einer „Legalisierung“ durch christliche Sinnbilder. Dass der Osterhase die Eier mitsamt den obligaten Geschenken bringt, dürfte an der beobachteten Tatsache liegen, dass sich Hasen im Frühling auf der Suche nach Futter in die Nähe menschlicher Siedlungen begeben.
Gegenwärtig ist der Osterhase eine der beliebtesten mythischen Gestalten bei Kindern und Erwachsenen. Die Figuren und bildlichen Darstellungen vom Osterhasen findet man in der vorösterlichen Zeit auf allen Plätzen und Wegen, in Schaufenstern oder Wohnungen. Er ist ein Symbol für die erwachende Natur mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt. Die meisten Abbildungen zeigen ihn mit Ostereiern, Körben oder Pinseln. Die bunten Bilder und Plastiken erheitern und verschönern den Alltag, sie erfreuen das Auge und die Seele.

Osterlamm
Das Osterlamm, als Symbol der Wehrlosigkeit, ist heute kaum noch so präsent wie in den Anfängen des christlichen Glaubens. Das Lamm war (und ist teilweise noch immer) Opfertier in vielen Religionen. Im Christentum symbolisiert das Osterlamm die Unschuld Christies („Lamm Gottes“). Heute finden wir es vorwiegend als Backwerk bzw. als figürliche und bildliche Darstellung. Neben erwähnten Tier - Symbolen findet man noch Gänse, Enten, Käfer oder Küken in allen Farben, Formen und Kombinationen. Sie alle symbolisieren das Erwachen der Natur, das Ende der kalten Winterzeit, einen Neuanfang.
Zu diesen Symbolen gesellt sich die neu erwachte Flora – Schneeglöckchen, Krokusse, Primeln, Narzissen und Tulpen beginnen zu sprießen, das Gras bekommt sein erfrischendes Grün zurück und die Bäume erhalten neue Triebe. Das triste Grau-Weiß der Winterzeit verschwindet in einem Mantel aus frischen Farben, Geräuschen und Gerüchen.
Osterfeuer
Ein beliebter Brauch ist das Entzünden von Osterfeuern am Karsamstag. Dabei wird ein großer Holzstapel entzündet. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen vorchristlichen Brauch, der in ganz Europa anzutreffen ist. Auf diese Weise soll das Frühjahr begrüßt, die Fruchtbarkeit, das Wachstum und eine gute Ernte herbeigerufen werden.