Krampusfeier
Die Existenz des Krampus geht auf das Fest des heiligen Nikolaus zurück, das am 6. Dezember gefeiert wird und dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Der heilige Nikolaus von Myra lebte Anfang des 4. Jahrhunderts in Kleinasien. Die Wunder und Taten, die ihm zugeschrieben wurden und die zu seiner Legendebildung beitrugen, gehen jedoch teilweise auf einen anderen Nikolaus zurück - den Bischof von Pinara. Dessen ungeachtet sind von seinen zahlreichen guten Taten vor allem jene für die Jüngsten in unserer Gesellschaft in Erinnerung geblieben, weshalb Nikolaus auch als Schutzpatron der Kinder und Schüler gilt. An seinem Feiertag, dem 6. Dezember, werden verschiedene Bräuche und Riten zelebriert, die auf mehrere überlieferte Legenden zurückgehen. So soll er etwa drei Jungfrauen in der Nacht Geschenke gebracht haben, was zum beliebten Brauch der abends am Kamin aufgehängten und am nächsten Tag hoffentlich mit Geschenken gefüllten Socken führte.
Da nach der Reformation die Heiligenverehrung auf die katholischen Regionen beschränkt blieb, wurde das Beschenken der Kinder auf den Weihnachtstag verlegt, und der heilige Nikolaus zum Santa Claus bzw. zum Weihnachtsmann. In anderen Teilen der Welt ist jedoch nach wie vor der 6. Dezember der Tag des heiligen Nikolaus. Da sich „das Gute“ in der christlichen Religion nur durch die Existenz „des Bösen“ rechtfertigen kann, wurde dem Nikolaus bald ein böser Gehilfe (später der Krampus) zur Seite gestellt, der die schlimmen (unchristlichen) Kinder bestraften sollte. In den einzelnen Regionen Mitteleuropas zeichnet sich die Gestalt des Krampus durch ein divergierendes Erscheinungsbild aus. Meist werden furchterregende Masken mit Hörnern, Fellkleidung, Ketten, Ruten und Glocken getragen, frei nach dem Motto: je schrecklicher und lauter, desto besser. Die Tradition des Krampus reicht weit in die Geschichte zurück. Die Inquisition verbot schließlich das wilde Treiben, jedoch konnte sie den Brauch nicht vollständig beseitigen. Heute gibt der Krampus Anlass zu Feiern, Kinder und Jugendliche erhalten die Möglichkeit ihren Mut „beim Krampusjagen“ unter Beweis zu stellen und Brauchtumsgruppen wetteifern um die „schönsten“ Masken. Faktisch hat das Fest seinen religiösen Inhalt und die Figur ihren ursprünglichen Zweck als moralische Instanz verloren.