Kranzelreiten
 

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Kranzelreiten

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Kranzelreiten in Weitensfeld

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Weitensfeld datiert aus dem Jahr 1131. Siebzig Jahre später wurde die kleine Siedlung im Gurktal zum Markt erhoben und erhielt alle wichtigen Marktprivilegien, womit der Grundstein für den wirtschaftlichen Aufstieg gelegt wurde. Im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit bedrohte die Pest in ständig wiederkehrenden Epidemien das Land. Tausende Menschen wurden von der schrecklichen Seuche dahingerafft und auch Weitensfeld blieb keine Ausnahme vom kollektiven Sterben. Nun berichtet eine Sage, dass drei Bürgerssöhne der Epidemie im Jahre 1567 standhielten. Als einzige Überlebende baten sie um die Hand des Burgfräuleins von Schloss Thurnhof bei Zweinitz. Entscheidungsscheu, wie die Dame offensichtlich war, ließ sie die drei Männer zum Wettkampf antreten. Der schnellste Läufer durfte ihr die Hand zur Ehe reichen. Als Erinnerung an dieses Ereignis wird seit dieser Zeit der Lauf jedes Jahr symbolisch wiederholt. So wurde aus einer Legende das beliebte Brauchtum des Kranzelreitens, das alljährlich zahlreiche Besucher nach Weitensfeld führt.

 

Das Kranzelreiten folgt exakten Regeln und Bestimmungen. Am Pfingstsonntag präsentieren sich die „Reiter“ zunächst in den kleineren Nachbarorten Zweinitz und Altenmarkt, ehe sie um exakt 16Uhr am Ortseingang zurückerwartet werden. Dann bewegt sich der Tross (samt Bürgermeister und Musikkapelle) von Haus zu Haus, singt Stanzeln und trinkt auf das Wohl der Bewohner. Am darauffolgenden Tag beginnt das eigentliche Wettrennen. Zunächst galoppieren die „Reiter“ dreimal hintereinander vom Oberen Marktplatz bis zum Brunnen (mit dem steinernen Abbild der Jungfrau). Dies soll an die Austreibung der Pest erinnern. Im Anschluss werden die drei Wettläufer vom Gemeindeamt zum Brunnen geleitet. Die Athleten sind dabei ganz in weiß gekleidet und tragen eine rote Schärpe. Am Beginn des Rennens galoppieren drei Reiter vom Brunnen zum Marktplatz, um den Weg freizumachen, die drei Wettläufer folgen, den Abschluss bilden die restlichen Reiter. Der Sieger des Rennens wird dann auf einem Pferd zum Brunnen zurückgeführt, wo er den Kuss der Jungfrau und das „Kranzl“ erhält. Auch der zweite und der dritte Sieger bekommen kleine Geschenke, die dann an Mädchen ihrer Wahl verteilt werden. Den Abschluss dieses interessanten Brauchtums bildet der „Gurktalwalzer“, auch „Jungfern-Kuss-Walzer“ genannt. Während die meisten Sieger den Kuss von der steinernen Jungfrau erhalten, übernimmt alle 25 Jahre ein Mädchen aus Fleisch und Blut diesen Part. (das nächste Mal im Jahre 2022)

 

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