Großglockner
 

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Großglockner

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Der Großglockner (häufig auch kurz Glockner genannt) ist mit einer Höhe von 3.798 m ü. A. der höchste Berg Österreichs. Die markante Spitze aus Gesteinen der Grünschieferfazies gehört zur Glocknergruppe, einer Bergkette im mittleren Teil der Hohen Tauern, und gilt als einer der bedeutendsten Gipfel der Ostalpen. Seit den ersten Erkundungen Ende des 18. Jahrhunderts und der Erstbesteigung durch vier Teilnehmer einer Großexpedition unter der Leitung von Fürstbischof Salm-Reifferscheidt-Krautheim im Jahr 1800 spielte der Großglockner eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Alpinismus. Bis heute ist er von großer Bedeutung für den Fremdenverkehr in der Region und mit über 5000 Gipfelbesteigungen pro Jahr ein beliebtes Ziel von Bergsteigern. Der Blick auf den Berg, eines der bekanntesten Wahrzeichen Österreichs, ist die landschaftliche Hauptattraktion der Großglockner-Hochalpenstraße.

Geographie: Der Großglockner ist Teil des Glocknerkamms, eines Gebirgskamms der Glocknergruppe (Österreichische Zentralalpen), der am Eiskögele in südöstlicher Richtung vom Alpenhauptkamm abzweigt und dort die Grenze zwischen den Bundesländern Tirol (Gemeinde Kals am Großglockner) im Südwesten und Kärnten (Gemeinde Heiligenblut) im Nordosten bildet. Diese Grenze ist auch die Wasserscheide zwischen dem Kalser Tal und seinen Seitentälern, dem Teischnitz- und dem Ködnitztal auf der Tiroler und dem Mölltal mit der Pasterze auf der Kärntner Seite. Die Gegend um den Berg ist außerdem seit 1986 Bestandteil des Sonderschutzgebietes Großglockner-Pasterze innerhalb des Nationalparks Hohe Tauern. Der Glockner ist der höchste Berg der Alpen östlich der 175 km entfernten Ortlergruppe und weist damit nach dem Mont Blanc die zweitgrößte geografische Dominanz aller Berge der Alpen auf. Auch seine Schartenhöhe ist mit 2.424 Metern nach dem Montblanc die zweitgrößte aller Alpengipfel. Somit ist der Berg eine der eigenständigsten Erhebungen der Alpen. Die Aussicht vom Großglockner gilt als die weiteste aller Berge der Ostalpen, sie reicht 220 Kilometer weit, unter Berücksichtigung der terrestrischen Refraktion fast 240 Kilometer. Der Blick über mehr als 150.000 Quadratkilometer Erdoberfläche reicht bis zur Schwäbisch-Bayerischen Ebene im Nordwesten, bis Regensburg und zum Böhmerwald im Norden, zum Ortler im Westen, zur Poebene im Süden, zum Triglav und zum Toten Gebirge im Osten.Die bedeutendsten Orte in der Umgebung des Berges sind Kals am Großglockner (1.324 m), ungefähr acht Kilometer in südwestlicher Richtung im Kalser Tal gelegen, und Heiligenblut (1.291 m), ca. zwölf Kilometer in südöstlicher Richtung im Mölltal. 

Topographie: Der Großglockner ist ein pyramidenförmiger Felsgipfel, der aufgrund seines hochalpinen, stark vergletscherten Erscheinungsbildes häufig mit den Bergen der Westalpen verglichen wird. Mit dem 3.770 m hohen, südöstlich vorgelagerten Kleinglockner bildet er einen markanten Doppelgipfel. Ob der Kleinglockner als Nebengipfel oder eigenständiger Hauptgipfel anzusehen ist, wird in der Literatur unterschiedlich gehandhabt. Aufgrund seiner geringen Schartenhöhe und Dominanz sowie der engen Verknüpfung seiner Besteigungsgeschichte mit der des Großglockners wird er in historischen Veröffentlichungen zum Großglockner gezählt, aufgrund eigenständiger Routen wertet ihn die Bergsteigerliteratur jedoch als selbstständigen Gipfel. Zwischen beiden Gipfeln liegt die Obere Glocknerscharte, die mit 3.766 m höchste Scharte Österreichs, von der ein bis 55° geneigtes Couloir 600 Höhenmeter zum Glocknerkees hinabzieht, die nach dem Bergsteiger Alfred von Pallavicini benannte Pallavicinirinne. An diese in nordöstlicher Richtung verlaufende Rinne schließen sich Nordost- und Nordwand des Großglockners an. Begrenzt werden diese vom Nordwestgrat, einem Teil des Hauptgrates des Glocknerkamms, der über die Grögerschneid (3.660 m) und die Graterhebungen Glocknerhorn (3.680 m) und Teufelshorn (3.677 m) zur Unteren Glocknerscharte (3.598 m) verläuft, an die sich die 3.721 m hohe Glocknerwand anschließt. Nach Südwesten hin entsendet der Großglockner einen ausgeprägten Grat, den Stüdlgrat (benannt nach Johann Stüdl), der mit seiner Verlängerung, dem Luisengrat, die Westwand und den darunter liegenden Gletscher Teischnitzkees von der Südwand mit dem anschließenden Ködnitzkees trennt. Die Südwand wird unterhalb der Oberen Glocknerscharte von der Pillwaxrinne durchzogen, der Großteil der Südwand liegt östlich dieser Rinne unterhalb des Kleinglockners. Die Ostseite des Kleinglockners, das Glocknerleitl, ist bis knapp unterhalb des Gipfels vergletschert und findet zur Pasterze hinab im Kleinglockner- und Hofmannskees ihre Fortsetzung.

Geologie: Aus geologischer Sicht liegt der Großglockner im Mittelteil des Tauernfensters, einer west-östlich ausgedehnten, durch Erosion aufgebrochenen Überschiebungszone, die durch plattentektonische Hebung entstanden ist und von Schichten geprägt wird, die aus einer Tiefe von mehr als 10 km an die Oberfläche gelangt sind. Der Großglockner besteht aus magmatischem Gestein und Sedimenten, die unter dem hohen Druck der Tiefe zu den heutigen besonders harten kristallinen Schiefern umgewandelt wurden. Seine Höhe ist hauptsächlich auf die Verwitterungsbeständigkeit des grünlich gefärbten Gesteins Prasinit (früher Grünstein genannt) zurückzuführen, das, eingebettet in Chloritschiefer, den Gipfel aufbaut. Bei diesem Prasinit handelt es sich um Basalte, die als ehemalige Ozeanböden des Penninischen Ozeans später metamorph überprägt worden sind. Neben Prasinit sind auch Serpentinite, Breccien, Quarzite und Phyllite am Aufbau der Großglockner-Basis beteiligt. Das Großglocknergebiet ist umgeben von mächtigen Schichten des Bündnerschiefers, die an der Nordflanke des Glockners, an der Glocknerwand, am Glocknerkamp und Hohenwartkopf zu Tage treten und aus Kalkglimmerschiefer bestehen.  Im Lauf der alpidischen Gebirgsbildung entstand die Obere Glocknerscharte, die den Groß- vom Kleinglockner trennt, durch eine nordöstlich-südwestlich streichende geologische Störung. Diese Gefügestörung zieht sich von der Pallavicinirinne hinauf zur Scharte und verläuft durch die Pillwaxrinne parallel zum Stüdlgrat hinunter ins Ködnitzkees. 

Touristische Bedeutung und Erschließung: 1919, als Südtirol nach dem Vertrag von Saint-Germain Italien zugesprochen wurde, löste der Glockner den Ortler als höchsten Berg Österreichs ab. In der Folge entstand nach dem Ersten Weltkrieg eine wachsende touristische Bedeutung, die bis heute anhält und viele Besucher anzieht. So hat der Großglockner heute jährlich über 5000 Gipfelbesteigungen zu verzeichnen, an manchen Tagen sind es über 150. Darüber hinaus bildet er als Zentrum der vom Österreichischen Alpenverein und dem Nationalpark Hohe Tauern als Glocknerrunde bezeichneten einwöchigen Rundwanderung einen Anziehungspunkt für den wachsenden Trekkingtourismus in der Region.Kommerziell bedeutsamer ist heute jedoch weniger der Alpinismus in seiner klassischen Ausprägung als vielmehr der automobile Massentourismus auf der Großglockner-Hochalpenstraße. Der Blick zum höchsten Berg Österreichs von der Franz-Josefs-Höhe aus ist eine der größten Attraktionen dieser sogenannten Erlebnisstraße und zieht jährlich etwa 900.000 Besucher an. Die Gesamtzahl seit der Eröffnung im August 1935 wird auf über 50 Millionen Besucher geschätzt, damit gilt der Großglockner nach dem Schloss Schönbrunn als die zweitbeliebteste Sehenswürdigkeit Österreichs Er wird auf Briefmarken und den Wappen der Gemeinden Kals am Großglockner und Heiligenblut dargestellt. Seit 2007 dient der Name „Großglockner“ als gemeinsame Marke der Nationalparkregion Hohe Tauern und der Großglockner-Hochalpenstraße. Der Großglockner weist mit über 30 in der Literatur beschriebenen Routen eine hohe Anzahl von Anstiegsmöglichkeiten auf. Dies ist neben der aus seiner Höhe resultierenden alpinistischen Attraktivität auch auf seine verhältnismäßig komplizierte Struktur aus zahlreichen Graten, Rinnen, Gletschern und Felswänden zurückzuführen. Als Stützpunkte für eine Begehung des Großglockners dienen auf der Tiroler Seite im Südwesten das Lucknerhaus (1.918 m), die Lucknerhütte (2.241 m), das Kalser Tauernhaus (1.755 m) und die Stüdlhütte (2.802 m). Auf der Kärntner Seite im Osten ist für den Normalweg, den leichtesten Anstieg, besonders die Erzherzog-Johann-Hütte auf der Adlersruhe (3.454 m) von Bedeutung, die höchstgelegene Schutzhütte Österreichs. Weitere Stützpunkte sind das Glocknerhaus (2.241 m), die Salmhütte (2.638 m) und das über die Großglockner-Hochalpenstraße erreichbare Franz-Josefs-Haus (2.363 m) auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Von der auf 2.444 m gelegenen baufälligen Hofmannshütte ist zurzeit nur noch der Winterraum benützbar. Auf 3.205 m, nördlich des Großglocknergipfels am Nordrand des Glocknerkees', liegt das Glocknerbiwak, eine Biwakschachtel, die vorwiegend als Stützpunkt für Begehungen der nordseitigen Anstiege auf den Glockner dient (Quelle: Wikipedia)

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