Der Name Ossiach stammt von dem slowenischen Wort osoje ab, das Schattenseite bedeutet. Archäologische Grabungen haben eine Siedlung zu Tage gefördert, die schon vor der Gründung des Klosters bestand. Der Nachbarort heißt Alt-Ossiach.
Geschichte: Das Kloster Ossiach wurde um 1024 gegründet. Gestiftet wurde es vom Grafen und Kärntner Gewaltboten Ozi und seiner Gattin Irenburg. Ozi entstammte der bedeutenden Sippe der Otakare. Diese sind seit 1056 als Markgrafen und ab 1180 als Herzöge der Steiermark überliefert. Das Stift Ossiach war zuerst ein Familienkloster nach Eigenkirchenrecht. Über dieses konnte der Stifter selbst frei verfügen. Sein Sohn Poppo war von 1019 bis 1042 Patriarch von Aquileja. Er war auch der Bauherr des romanischen Domes. Nach der Abfindung seines Bruders mit Geld und Gütern übertrug Poppo das Stift an das Patriarchat Aquileia. Es ist keine Stiftungsurkunde erhalten, daher ist auch die Herkunft der Mönche aus dem bayerischen Reformkloster Niederaltaich ungewiss. Der Gründungsbesitz bestand aus den Gütern um den Ossiacher See, von Feldkirchen in Kärnten und Rosental. Das Stift Ossiach ist die älteste Gründung eines Männerklosters in Kärnten. Rund fünfzig Jahre später wurde das Kloster Millstatt gegründet. Um die Jahrhundertwende entstanden die Klöster St. Paul und St. Lambrecht. Die Vogtei, eine weltliche Schutzgewalt über das Kloster mit der wichtige Einkünfte verbunden waren, blieb bei der Stifterfamilie und ihren Rechtsnachfolgern, den Otakaren, den Babenbergern und den Habsburgern. Der erste schriftlich genannte Abt war Wolfram.
Boleslauslegende: An der Kirche befindet sich seeseitig das angebliche Grab Boleslaus II., der der Legende nach nach seinem Sturz hier inkognito untergetaucht sei und sich erst am Sterbebett offenbart habe.
Baugeschichte von Kirche und Kloster: In der Zeit der Vorromanik und der Romanik wurde eine dreischiffige und fünfjochige Säulenbasilika mit drei gleichen Apsiden errichtet. Die flachgedeckte Kirche erhielt um 1200 einen Vierungsturm, während das fünfte Langhausjoch in der Art eines im Grundriss nicht vortretenden Querschiffes erhöht wurde. Die Stiftskirche wurde bereits 1215 als Pfarrkirche zu Ehren der heiligen Katharina bezeichnet. In der Gotik und der Renaissance wurde die Taufkapelle im Stil der Hochgotik an das Nordschiff angebaut. Auch das Querschiff und der Turm wurden im gotischen Stil verändert. Die Brandschäden des Jahr 1484 wurden beseitigt. Unter Abt Hermann wurde die Stiftskirche ab 1737 barockisiert. Einer Legende nach soll der Fund eines Goldschatzes in einer hohlen Buche dem Abt die Sorge um die Aufbringung der Mittel für die Kirchenaustattung genommen haben. Erneuert wurden der Kirchenraum und auch die Seitenaltäre. Die Krypta wurde zugeschüttet. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Kloster teilweise in ein Hotel umgestaltet. Nach dem Erwerb des Stiftes durch das Land Kärnten wurden kleinere Sanierungen durchgeführt.
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