Mittelalterliche Burgen
 

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Mittelalterliche Burgen

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Eberndorf

Anfänge und Mittelalter: Der Friulaner Graf Chazilo/Cazelin und seine Gattin stifteten um 1100 eine kleine Marien-Kirche und ihre Besitzungen für ein zu gründendes Kloster in Eberndorf. Patriarch Ulrich I. von Aquileia ließ dessen Grab in Gösseling heben und die Leiche 1106 nach Eberndorf überführen und eine größere Kirche bauen. Die Weihe der Kirche erfolgte durch Bischof Riwin von Concordia. Darüber hinaus stattete Patriarch Ulrich I. die Kirche und das Kapitel mit Gütern in der Umgebung aus. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Kirche unter dem Patriarchen Pilgrim von Aquileia zu einem Augustiner-Chorherren-Stift erweitert. In den folgenden Jahrhunderten kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen mit den Vögten, den steirischen Markgrafen und deren Rechtsnachfolgern, den Babenbergern. Das Ende dieser Entwicklung war der Übergang der Vogtei an die Kärntner Herzöge. Zwischen 1446 und 1476 erfolgte der wehrhafte Ausbau unter Propst Lorenz. Dennoch erlitt das Stift durch die Türkeneinfälle und die Ungarn schwere Schäden. 1483 zerstörte ein Feuer das Gebäude. Unter Propst Leonhard von Keutschach erfolgte der Wiederaufbau. Eine weitere Bauphase ist unter Propst Valentin Fabri Anfang des 16. Jahrhunderts bezeugt.

Reformation und Rekatholisierung: Die Kanonie bestand bis 1604 und wurde im Zuge der Rekatholisierung aufgelöst, um einer Jesuitenresidenz zu weichen. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts war das Kloster durch Misswirtschaft sehr heruntergekommen, so dass an eine Aufhebung des Stiftes gedacht wurde. Die Aufhebung durch Papst Clemens VIII. am 5. April 1604 und die Unterstellung Eberndorfs unter das Klagenfurter Jesuitenkollegium wurde von Erzherzog Ferdinand begünstigt. Letzter Propst war Sebastian Kobel. Auf das zweite Drittel des 17. Jahrhunderts kann die letzte große Baumaßnahme datiert werden, laut Inschrift am Stiftstor unter den Kaisern Ferdinand II. und Ferdinand III.

Das Stift ab dem 19. Jahrhundert: Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 fiel Eberndorf an den Studienfonds und kam 1809 als Dotationsgut unter die Obhut der Benediktiner von St. Blasien im Schwarzwald. Drei Jahre später wechselte die Dotation an das Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal. Derzeit ist das Stift an die Gemeinde Eberndorf verpachtet und dient heute Schul- und Verwaltungszwecken.

Die Gesamtanlage: Das Stift Eberndorf ist eine in ihrer Größe ansehnliche, unregelmäßig auf einer sanften Anhöhe gruppierte Bauanlage, deren Hauptfronten gegen Westen und Süden gerichtet sind. Die östliche Seite besteht maßgeblich aus landwirtschaftlichen Gebäuden, die Nordseite grenzt an ein Waldgebiet und ist entsprechend wenig repräsentativ gehalten.

Torbau und Zufahrt: Der Torbau liegt an der südwestlichen Ecke des Gebäudekomplexes und ist nach Süden hin ausgerichtet. Der Bau ist zweigeschossig mit Walmdach und wie das östlich anschließende Gebäude Teil der mittelalterlichen Befestigung. Das Torhaus wurde im 17. Jahrhundert geringfügig verändert. Das Portal besitzt eine gebänderte Einfassung und einen gesprengten Giebel, oberhalb befindet sich eine Inschrift mit dem Datum von 1634, darüber ein Medaillon mit Christusmonogramm. Die Zufahrt wird beidseitig von zinnenbekrönten Mauern begleitet. Ein außerhalb gelegenes Tor in der äußeren Umfassungsmauer ist belegt, aber nicht mehr vorhanden. Die von Mauern gesäumte Zufahrt war somit ursprünglich die Verbindung zwischen den beiden Toren.

Vorhof:  Im Vorhof des Stiftes, westlich und östlich von Mauern begrenzt, befindet sich ein freistehender Kirchturm. An der Nordseite schließen die ehemalige Stiftskirche und der nach Westen vorgezogene Südtrakt der barocken Stiftsanlage an.

Barocker Stiftsbau: Die Anlage besteht aus vier Trakten, die um einen großen, annähernd quadratischen Hof liegen. Um 1634 wurde der Bau, zum Teil dem Grundriss der älteren Anlage folgend, nahezu in seinem heutigen Erscheinungsbild errichtet. Besonders Nord- und Westtrakt orientieren sich am Vorgängerbau. Als Bauherr wird Peter Franz Carlone genannt. Die erhöhte Lage auf dem nach Osten hin ansteigenden Terrain gibt der dreigeschossigen Westfassade monumentale Wirkung. Der vorspringende Rundturm an der nordwestlichen Ecke erinnert an einen befestigten Wohnsitz, gehört allerdings zur mittelalterlichen Wehranlage, weitere Funktionen des Turmes sind weder geklärt noch belegt. Durch die Zurückstufung der Verbindung von Süd- und Westtrakt entstehen am südwestlichen Ende der Anlage mehrere Ecken. Im Stiftshof findet man dreigeschossige Pfeilerarkaden, die Arkadengänge sind kreuzgratgewölbt. Der ehemals nördlich der Kirche gelegene Kreuzgang verschwand mit den Bauarbeiten im 17. Jahrhundert. 1992 bis 1995 wurden die Arkadengänge teilweise verglast, die Außenfassade renoviert, die Rekonstruktion der frühbarocken Architekturpolychromie durchgeführt. Dabei wurden drei Stuckdecken freigelegt und im ursprünglichen Farbton neu gefasst.

Pfarr- und ehemalige Stiftskirche: Seit 1378 wurde die romanische Stiftskirche Maria Himmelfahrt in zwei Etappen durch einen gotischen Bau ersetzt und der Chor mit Krypta errichtet. Das fünfjochige, spätgotische Langhaus wurde 1506 angebaut und 1995 kam es zu einer umfassenden Außenrestaurierung. Reste des romanischen Baus, wie die Grabkapelle der Familie Ungnad mit romanischem Fenster, sind vor Allem an der Südseite des einschiffigen Kirchenbaus zu finden. Bestimmend für den Raumeindruck ist vor Allem eine zwölfstufige Treppe, im vierten Joch emporsteigend zum fünften und dieses als eine Art Vorchor mit dem Presbyterium verbindend. Unter diesem fünften Langhausjoch und dem Chor breitet sich eine um 1378 errichtete dreischiffige Krypta aus. In der Regel endet das Errichten von Krypten als Beisetzungsort für Reliquien mit der Romanik, weshalb diese Ende des 14. Jahrhunderts errichtete Anlage ein retardierendes Stilelement darstellt. Das Schlingrippengewölbe von 1506 hingegen gehört zu den ersten in Kärnten und wurde für weitere Entwicklungen als Vorbild genommen.

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Finkenstein

Die Ruine liegt auf einem nach Süden steil abfallenden Felsen am Fuße der Karawanken und oberhalb des Faaker Sees.

Geschichte: Die Burg wurde erstmals 1142 erwähnt. Sie befand sich im Besitz der Herzöge von Kärnten und war an die Ministerialen der Herzöge, welche sich nach der Burg "von Finkenstein" nannten, verlehnt. 1223 kam es zu einem Streit zwischen Heinrich von Finkenstein und Bischof Heinrich von Bamberg, dem Besitzer der Burg Federaun, um den Übergang des Flusses Gail. Nach dem Aussterben der Kärntner Finkensteins Anfang des 14. Jahrhunderts ging der Besitz an die Herzöge von Kärnten über, die seit 1335 die Habsburger waren. 1508 übergab Kaiser Maximilian die Burg und die Herrschaft an Siegmund von Dietrichstein. Jetzt wurde von dieser Burg aus das Herrschaftsgebiet der Dietrichsteiner in Kärnten weiter ausgebaut. Die Burg blieb bis 1861 im Besitz der Dietrichsteiner. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wird sie nicht mehr bewohnt.

Baubeschreibung: Die ältesten Teile der Burg sind romanisch. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erfolgte ein Umbau im spätgotischen Stil. Zu Anfang dieses Jahrhunderts wurden die vier Tore in die Hochburg gebaut. Die etwa 15 m hohe Abschlusswand des ehemaligen Palas ist noch heute erhalten.

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Schloss Eberstein

Die ursprüngliche, im 11. Jahrhundert (1078) erstmals erwähnte Burg Eberstein existiert heute nicht mehr. Die Wehranlage, im 17. Jahrhundert bereits als verfallen bezeichnet, lag höher oben am Berg (Gutsche) und ist heute vermutlich dem Dolomitwerk zum Opfer gefallen. Die untere Burg, das heutige Schloss Eberstein war eine um einen Innenhof gruppierte Ansammlung von Wohnbauten. Die Burg geht auf eine Auseinandersetzung zwischen dem Salzburger Erzbischof und dem Kaiser zurück. Eberstein und Friesach waren Salzburger Stützpunkte. 1223 wird zwischen einem Wehrturm (Alt - Eberstein) und dem niederen Haus (Kirchhof) unterschieden. 1433 stirbt mit Eustach von Eberstein der letzte Ebersteiner.

Im 14. Jahrhundert war die Burg im Besitz von Görzer Ministerialien, die sich nach ihr „Herren von Eberstein“ nannten. Nach deren Aussterben erwarb Moritz Welzer im Jahr 1457 deren Herrschaft und Sitz. Unter den Welzern wurde die untere Burg in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ausgebaut. Die Welzer mussten, da sie als Protestanten im Zuge der Gegenreformation zur Auswanderung gezwungen wurden, verkaufen. Das Schloss ging 1630 an die Grafen Christalnigg über. Unter der Gewerkenfamile Christallnigg, die im Hüttenberger Bergbau reich geworden waren, war erlebte die Herrschaft Eberstein ihre größte Blüte. Zum Besitz gehörten Ende des 18. Jh. unter anderem Gillitzstein, Hornburg, Waisenberg, Mittertrixen, Hagenegg bei Eisenkappel, ein Stadtpalais in Klagenfurt, Hüttenanlagen in Eberstein, Brückl, Rechberg, Obere und Untere Vellach, wozu später noch Schloss Schletterhof in St. Donat und Schloss Meiselberg kamen. 1851 und 1868 erfolgte unter Anleitung von Graf Alfred Christian Carl Christalnigg ein weitgehender Umbau zum heutigen Schloss Eberstein in historisierenden, neugotischen Formen („Tudorgotik“). Das Schloss besteht seit seiner Erneuerung im 19. Jahrhundert aus ineinander verschachtelten Baukomplexen, mit Treppengiebeln, Zinnenbekrönung und erkerartig angesetzten Türmchen. An der Südseite ist dem Komplex die Kirche St. Georg zugefügt; sie wurde 1252 erstmals urkundlich erwähnt und war lange Zeit auch Pfarrkirche. Mit dem Niedergang des Kärntner Bergbaus und dem erstarkenden Bürgertum war der extensive Lebensstil des Landadels nicht mehr finanzierbar. Die meisten Christalnigg'schen Schlösser standen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so gut wie leer. Bis 1935 war Eberstein im Besitz der Familie Christallnigg. Heute ist das Schloss in Privatbesitz. Die erste Frau des letzten Ebersteiner Grafen Oskar Christalnigg, Gräfin Lucy Bellegarde, wurde durch einen selbstlosen Hilfseinsatz im Ersten Weltkrieg bekannt. Sie fuhr am 10. August 1914, also zu Beginn des ersten Weltkrieges, in einem Auto, um Waren für das Rote Kreuz abzuholen. In Brezovo vor Sprenica im Socatal (Isonzotal) wurde sie - möglicherweise versehentlich - erschossen. Die Familiengruft der Christalniggs ist in St. Georg am Weinberg, wobei einige Familienmitglieder auch in St. Michael am Zollfeld begraben sind.

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Burg Gmünd

 Wahrscheinlich wurde die Burg im Jahre 1252 erbaut. Die erste Erwähnung der alten Burg (Castrum) ist für den 29. Februar 1292 nachweisbar. Im gleichen Jahr wird Gmünd erstmals als Stadt (Civitas) bezeichnet. Der Ort erhält 1346 die Stadtrechte. Die Burg wird erweitert und ausgebaut. Sie dient jetzt als Militärstützpunkt und als Schutzburg für die Bevölkerung. Nach einer Heuschreckenplage und einem Bauernaufstand belagern ab 1480 die Ungarn sieben Jahre lang die Stadt und die Burg. Erst unter dem Einsatz schwerer Geschütze gelingt den Ungarn der Durchbruch: die Stadtmauer fällt und die Burg wird zerstört. Von 1502 bis 1506 wird in der zweiten Bauepoche die Burg durch den Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach wieder aufgebaut und erweitert. Die Salzburger Bauern und Bergknappen belagern 1525 die Burg, die jedoch standhält. Graf Rudolf von Raitenau, ein Bruder von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, lässt 1607 in einer dritten Bauepoche den Westtrakt erbauen. 1609 zerstört ein Erdbeben Teile der Stadt. Eine Ecke der Burg stürzt ein. 1886 vernichtet ein Großbrand die ausgedehnte Burganlage. Sie ist dem Verfall preisgegeben. Die Stadtgemeinde kauft 1950 das Gelände und die Ruine auf. Eine Bürgerinitiative erweckt die Burg mit Theateraufführungen, Konzerten und Lesungen zu neuem Leben. Der Turm wird als Aussichtsturm hergerichtet. Seit 1992 gibt es ein Burg-Restaurant. Für Touristen werden Führungen angeboten.

Sage: Aus einer Sage geht hervor, dass drei Landsknechte unermessliche Schätze erbeutet haben sollen. Sie beschlossen um den ganzen Gewinn zu würfeln - zwei von ihnen hatten die Felder vier, zwei und fünf aufgeworfen, der Dritte aber würfelte sechs und fünf - so fiel ihm die Beute zu. Damit kaufte er Land und Leute und erbaute die Burg an dem ehemals hier bestandenen See, verlor aber alles wieder auf dem Wege, wie er es gewonnen hatte. 

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Hollenburg

Die Hollenburg steht vermutlich an der Stelle der urkundlich 860 und 876 genannten curtis ad Trahoven. Die heutige Burg wurde wahrscheinlich um das Jahr 1100 von Ministerialen der Markgrafen von Steiermark errichtet, für das Jahr 1142 ist ein Geschlecht der Hollenburger urkundlich belegt. Als im 13. Jahrhundert der Verkehrsweg über den Loiblpass ausgebaut wurde, gewann die Burg an strategischer Bedeutung. Die Besitzer der Hollenburg (darunter die Pettauer und die Stubenberger) gerieten daraufhin zwar einerseits immer wieder in Streit mit dem Stift Viktring, traten andererseits wieder als Stifter desselben auf, so etwa für die bedeutenden gotischen Glasfenster der Stiftskirche. Durch das Erdbeben von 1348 wurde die Burg teilweise zerstört, jedoch umgehend wieder aufgebaut. Für das Jahr 1349 ist die Hollenburg als Sitz eines Landrichters beurkundet. Kaiser Maximilian I. verkaufte die Burg im Jahr 1514 an Siegmund von Dietrichstein und erklärte sie zur Freiherrschaft. Die Dietrichsteiner ließen die Burg im 16. und 17. Jahrhundert zu ihrer heutigen repräsentativen Gestalt ausbauen. Im Jahr 1861 starb der letzte männliche Nachfahre der Dietrichsteiner, die Hollenburg kam zunächst an die Familie Maresch-Wittgenstein und schließlich in den Besitz der Familie Kyrle.

Baubeschreibung: Die unregelmäßige Form der heutigen Anlage ist noch auf den Verlauf des mittelalterlichen Berings zurückzuführen. Der nordseitige Zugang zur Burg führt durch einen Mitte 17. Jahrhundert errichteten Torturm mit Treppengiebel und einen langgestreckten und gedeckten Gang über einen Halsgraben. Hangseitig ist die Burg schmucklos, talseitig weist sie mehrere im Renaissancestil gestaltete Zwillingsfenster auf. Der im 14. und 15. Jahrhundert errichtete Palas befindet sich im Ostteil der Burg. Am Osttrakt befinden sich hofseitig doppelgeschoßige Renaissance-Lauben (1558), im gegenüberliegenden Hof eine Holzgalerie. An der Westwand und an zwei Pfeilern des oberen Laubenganges befinden sich das Wappen der Dietrichstein-Rottal von 1529 und das große Allianzwappen Dietrichstein-Starhemberg. Über den Türen wurden einige lutherische Sinn- und Bibelsprüche aus dem Jahr 1581 sowie Jahreszahlen aus der Zeit zwischen 1516 und 1588, die sich auf die Bautätigkeit beziehen, angebracht. Im Burghof finden sich Reliefs und Inschriften römerzeitlicher Grabbauten. Die Burgkapelle Hl. Nikolaus befindet sich im Erdgeschoss des Ostflügels. Sie wurde angeblich 1348 erstmals genannt, eine zweite Weihe erfolgte 1684. Die Wände des Baus sind mit Malereien versehen, darunter einem Freskenzyklus aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. 

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Landskron

 Die Burg Landskron befindet sich nordöstlich von Villach am westlichen Beginn der Ossiacher Tauern auf dem Plateau eines Felskegels, der 135 m über der Ebene aufragt. Unterhalb des Burgfelsens liegt die Ortschaft St. Andrä am Westende des Ossiachersees, unweit des Villacher Ortsteiles Landskron. Die Burg führt eine Greifvogelstation, wo im Sommerhalbjahr öffentliche Greifvogelschauen abgehalten werden.

Geschichte: Um 800 v. Chr. fand man ein Zeugnis einer Besiedlung durch verschiedene Funde wie Hügelgräber, Inschriftsteine und Schwerter im Kronensaal der Burg eingemauert. 878 erfolgte die urkundliche Erwähnung einer Schenkung des Besitzes an das bayerische Kloster Altötting. 1028 wurde Graf Ozzi bzw. seine Stiftung Ossiach Grundherr und unter den Grafen von Sternberg erfolgte der Bau eines Schlosses. 1330 kam es zum Verkauf der Herrschaft an die Grafen von Ortenburg. Am 25. Juli 1351 erfolgte die erstmalige urkundliche Nennung von "Landskron". 1355 kam es zum Wechsel an die Habsburger und 1392 zu einer Verpfändung an den Grafen von Cilli. 1436–1447 gehörte die Burg den Herren von Stubenberg. 1511 erfolgte eine Schenkung an den Sankt-Georgs-Ritterorden durch Kaiser Maximilian I. 1542 nach dem Brand des Schlosses erfolgte kein Wiederaufbau. 1542 erwarb Christoph Khevenhüller die Burg. Ab 1543 führt die Familie das Prädikat "von Landskron", die Burg galt als Stammsitz der Khevenhüller. Unter den Khevenhüllern wurde die Burg ausgebaut – um 1600 war Landskron prunkvoller Herrensitz der Renaissance und hatte eine doppelte Ringmauer mit sieben Türmen. Sie galt als ein Zentrum des gesellschaftlichen Lebens des Landes. 1552 kam es zum Besuch durch Kaiser Karl V. Nach der Beschlagnahmung des Schlosses im Zuge der Enteignung des protestantischen Adels 1628 erfolgte 1639 der Erwerb durch Graf Dietrichstein. Aufgrund seiner exponierten Lage kam es mehrmals zu Bränden infolge von Blitzschlägen (Anfang 16. Jahrhundert, 1542, 1585 und 1812). Nach dem letzten Brand wurde das Dach nicht mehr instand gesetzt und das Gebäude dem Verfall preisgegeben. 1953 erfolgte eine Revitalisierung durch Hans Maresch. Die Burg wird heute touristisch genutzt. 

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Burgruine Liebenfels

 Die Burgruine Liebenfels ist eine Zwillingsburg auf einer Felskuppe nordöstlich der Gemeinde Liebenfels im Bezirk Sankt Veit an der Glan, dem historischen Zentralraum von Kärnten (Österreich). Die erhaltenen Bauteile stammen aus der Romanik bis hin zur Renaissance. Liebenfels wurde 1312 als Liewenvelse erstmals urkundlich genannt. Zwischen 1484 und 1490 war die Burg von den Ungarn erobert, besetzt und dabei teilweise zerstört worden. Aus dieser Besatzungszeit stammen noch Bollwerkreste unterhalb der mittelalterlichen Anlage. Valvasor stellt die Burg um 1690 bereits als „fast verödet“ dar.

Anlage: Bemerkenswert sind die beiden massiven Bergfriede aus dem 13./14. Jahrhundert, die durch die ungewöhnlich ausgedehnte Vorburg getrennt sind. Der größere der beiden Türme umfasst sechs Geschosse und bildete den Kern der sehr kleinen und stark befestigten Hochburg. Dieser Bergfried verfügt über auffällige Fenstergruppen im obersten Geschoss, die von F. X. Kohla als Signal-Fenster gedeutet wurden. Auch heute noch ist die Bedeutung dieser Fenster unklar. In der Südwest-Ecke der ausgedehnten Vorburg, in der Nähe des Tors, befindet sich der zweite, viergeschössige Bergfried. Die Hochburg, die sich um den größeren Bergfried gruppiert, beinhaltet auch den ehemaligen Palas, der erstaunlich schmal ausgeführt wurde und dadurch nur wenig Wohnraum bot. In der Nord-Westecke befindet sich eine auffällige fünfteilige Fenstergruppe, die auf eine Blockwerkstube hindeutet. Die Anlage ist mit einer schönen gotischen Ringmauer mit noch erhaltenen Zinnen umgeben. Die Burgkapelle und das neuere und geräumigere Wohngebäude, das sich im Westen an die Hochburg anschließt, stammen aus der Renaissance

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Moosburg

 Historisch bedeutend war Moosburg auch in der Zeit der Karolinger (Mitte des 8. Jahrhunderts bis Anfang des 10. Jahrhunderts): Der spätere Kärntner Herzog, ostfränkische König und römisch-deutsche Kaiser Arnulf von Kärnten (850–899) wuchs auf der Pfalz Arnulfsfeste in Moosburg auf und verbrachte dort auch viele Jahre seiner späteren Herrschaftszeit; so feierte er hier im Jahre 888 das Weihnachtsfest. Die Burgruine der wahrscheinlich im 9. Jahrhundert errichteten und im Volksmund „Mosaburch“ genannten Arnulfsfeste (Hetzelburg) liegt an den Moosburger Teichen. Alljährlich im Juli wird seit 1986 in Moosburg das "Kaiser Arnulfsfest" veranstaltet. 

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Sommeregg

Die Burg Sommeregg liegt im Dorf Schloßau in der Gemeinde Seeboden am Millstätter See im österreichischen Bundesland Kärnten. Die Burg thront auf einer der für den Millstätter Berg typischen Kuppen. Im Jahre 1187 erstmals erwähnt, wurde die Zwillingsburg vor dem Verfall bewahrt und beherbergt gegenwärtig ein Restaurant und ein Foltermuseum. 

Der Fund eines Lappenbeils aus der Urnenfelderkultur bei Treffling lassen vermuten, dass die Gegend und damit der Burgberg als Fluchtort schon seit rund viertausend Jahren besiedelt ist. Lange galt das Jahr 1237 als erste urkundliche Erwähnung der Burg, da in diesem Jahr Graf Wilhelm von Malta einem Ortolf von Sommeregg Güter am Millstätter See und unter der Burg Sommeregg zu Lehen gegeben haben soll. Es ist aber anzunehmen, dass die Burg mindestens schon um 1187 bestanden hat, da in diesem Jahr in einer Urkunde des Südtiroler Klosters Neustift neben Graf Otto von Ortenburg und Heinrich von Geschieß (dem heutigen Rosenheim bei Baldramsdorf, Gemeinde Spittal an der Drau) ein Witemarus von Sommeregg erwähnt wird. Als ritterliche Dienstmannen haben die Sommeregger im Auftrag der Ortenburger die Burg ausgebaut. Am 29. Mai 1275 ist die Burg Schauplatz einer großen adeligen Zusammenkunft. An diesem Tag wird der Heiratsvertrag zwischen Graf Albert von Görz und der Gräfin Euphemia von Ortenburg-Hardegg abgeschlossen. Bis 1338 nennen sich alle ortenburgischen Ministerialen ausschließlich "von Sommeregg" und gehörten möglicherweise ein und derselben Familie an. Ab 1344 tauchen Namen auf, die auf eine andere Herkunft verweisen. Alle hatten das Amt des Burggrafen (Kastellans) oder Ritters inne, das die Burghut sowie militärische Unterstützung der Ortenburger umfasste, wofür man die Abgaben der untertänigen Bauern im Umkreis der Burg bekam. 

Als die Ortenburger 1418 ausstarben, ging ihre Herrschaft an die Grafen von Cilli über, für die die Besitzungen in Oberkärnten allerdings relativ unbedeutend waren. Dadurch gewannen die Familien, die den Cillier Besitz verwalteten, an Einfluss. Durch die Heirat von Friedrich I. von Graben mit Katharina von Summeregk, Erbtochter des Sommeregger Burggrafen Nikolai von Summeregk, gelangte Sommeregg in den Besitz der Herren von Graben. Im Jahre 1442 erhielt dessen Sohn, der ortenburgische Hauptmann Andreas von Graben die Herrschaft (Burggrafschaft) Sommeregg sowie weitere Einkünfte. Andreas von Graben machte in der Folge die Burg zu seinem Familiensitz und baute die Trefflinger Kirche repräsentativ aus. Mittlerweile war die Grafschaft Ortenburg nach der Ermordung des letzten Cilliers in Belgrad (1456) durch den Frieden von Pusarnitz an die Habsburger gelangt. Der Familie Von Graben wurde der Lehensbesitz bestätigt. Unter Virgil von Graben wurde Sommeregg 1487 durch ungarische Truppen erobert und zerstört. Es gab eine Auseinandersetzung um die Besetzung des Bistums Salzburg, für das die Familie Graben Besitzungen verwaltete. Durch den Wiederaufbau erhielt die Burg ihre typische unregelmäßige Gestalt. An die alte hochmittelalterliche Burg erinnert nur mehr der Rundturm. Ernst von Grabens (ein Bruder des Virgil) Erbtochter Rosina von Graben von Rain erhielt das Lehen von Kaiser Maximilian I. bestätigt. In weiterer Folge kam Sommeregg in die Hände der Familie ihres Mannes, der Freiherrn von Rain. Diese Familie verlagerte den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit jedoch nach Bayern und verkaufte die Herrschaft auf dem Millstätter Berg im Jahre 1550 an Christoph Kevenhüller. Er und seine Nachfahren waren bis 1628 Hausherren der Burg, als sie diese am 4. Mai an den Landesherren Hans Wittmann verkauften. Wittmann führte die Burg nur verhältnismäßig kurz, denn 1651 wurde sie von den Grafen von Lodron erworben, in deren Familienbesitz Sommeregg bis 1932 verblieb. Durch die Grundentlastung von 1848 hatte das Gebäude seine Funktion als Zentrum eines privaten grundherrschaftlichen Komplexes verloren und geriet zunehmend in Verfall. Stürme in den Jahren 1933 und 1935 beschädigten das Dach des Schlosses schwer. 1969 kam Sommeregg in den Besitz von Andreas Egger und der Familie Elfi, welche die mittlerweile fast zu einer Ruine verfallene Burg renovierten und restaurierten und im Jahre 1992 an die Familie Riegler verkauften. Diese öffnete die Burg für den Tourismus, begann einen Restaurationsbetrieb, etablierte das Foltermuseum und seit 1997 finden jährlich im August große Ritterspiele statt. 

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Schloss Straßburg

ist der ehemalige Sitz der Bischöfe von Gurk und namensgebend für die gleichnamige Stadt im Kärntner Gurktal. Das Schloss liegt strategisch günstig auf einem Berg oberhalb der Stadt Straßburg. Ihren Namen erhielt sie, weil sie die Straße nach Gurk beherrschte. Die Straßburg wurde 1147 als Strazburch erstmals urkundlich erwähnt. Erbaut wurde sie vom Gurker Bischof Roman I., der die Burg wie auch den Dom zu Gurk erbaute, um seine Unabhängigkeit vom Salzburger Erzbischof zu demonstrieren. Bereits die erste Burg wies in etwa die heutige Größe von rund 70 m Länge auf. Die Straßburg, die bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts als Burg (castrum, veste), danach als Schloss bezeichnet wurde, war bis 1783 Sitz der Bischöfe von Gurk. Danach dem Verfall preisgegeben, wurde sie ab den 1950er Jahren wieder instandgesetzt und ist heute wieder größtenteils aufgebaut.

Die erste Burg wurde unter Bischof Roman I. (1131–1167) fertiggestellt. Die beiden Wehrtürme stammen aus dieser Zeit und belegen, dass bereits die erste Burg die Ausmaße der heutigen hatte. Die Burg entsprach dem damals im heutigen Österreich geläufigen Burgtyp mit einem gemauerten Bering, einem einfachen Mauertor, einer eingeschoßigen Kapelle (hier dem heiligen Mauritius geweiht) und einem Festen Haus (dem Wohngebäude). Im Zuge der Auseinandersetzungen mit dem Salzburger Erzbischof wurde die Burg 1179 belagert und 1180 weitgehend zerstört. Der Bering ist noch großteils erhalten (z. B. in den Außenmauern des heutigen West- und Nordtraktes bis in 9 m Höhe). Die Burgkapelle wurde im späten 12. Jahrhundert erbaut, bestehend aus Langhaus, Chorquadrat und Halbkreisapsis. Im 14. Jahrhundert wurde die Kapelle um ein Geschoß erhöht, im 15. Jahrhundert über dem Chorquadrat ein weiteres Geschoß aufgesetzt. Die letzte Erhöhung des Chores fand 1682 statt.

Das ursprüngliche Feste Haus oder Palas war ein zweigeschoßiger Bau an der talseitigen Südseite, westlich der Kapelle. Heute sind noch Teile aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Der Palas wurde noch im Mittelalter nach Westen verlängert und Anfang des 17. Jahrhunderts aufgestockt. 1611 wurde das zweiläufige Treppenhaus mit einem rundbogigem Chloritschieferportal vollendet. Der Faulturm (Bergfried, 8,40 × 7,95 m) wurde gleichzeitig mit der Kapelle erbaut und flankiert das Burgtor. Er war Wehrbau und Wohnsitz von Ministerialen der Gurker Bischöfe. Der ursprünglich viergeschoßige Bau wurde im Spätmittelalter um ein Geschoß erhöht. Vom ursprünglich vorhandenen hölzernen Wehrgang sind nur mehr die Pfostenlöcher erhalten. Im 14. Jahrhundert wurde außen an die nördliche Ringmauer der östliche Turm' errichtet. Hier befinden sich im Erd- und ersten Obergeschoß je eine – heute noch erhaltene – Rauchkuchl. Der westliche Turm oder Münzturm wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Vor 1450 wurde dem Palas hofseitig eine zweigeschoßige Laube vorgebaut. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der äußere Mauerring verstärkt. Nach 1450 wurde der zweigeschoßige Westtrakt hofseitig an den Bering angebaut, die nordseitige Ringmauer erhöht, das Feste Haus umgebaut und auf die heutige Höhe aufgestockt, und die Kapelle, wie erwähnt, aufgestockt. Diese Bauphase lässt sich durch gotische Fenster-, Tür- und Gewölbeformen erkennen. Diese Baumaßnahmen werden Fürstbischof Ulrich III. Sonnenberger (1453-1469) zugeschrieben. Um 1500 wurde der zweigeschoßige Nordtrakt errichtet. 1583/84 wurde im Nordwesten das Stall- und Kastengebäude errichtet nach Plänen von Johann Anton Verda, der auch am Bau des Klagenfurter Landhauses beteiligt war. Der dreigeschoßige, längsrechteckige Bau beherbergte im Erdgeschoß den Pferdestall, darüber den Schüttboden (jeweils dreischiffige Hallen mit Kreuzgewölbe) und den Saal. 1611 wurde der Südtrakt ausgebaut (siehe oben) und 1634 südlich der Kapelle ein Treppentürmchen errichtet. Danach verfiel die Burg teilweise. Zum einen waren Brände (1638, 1650) daran schuld, zum anderen mangelndes Interesse der Bischöfe (wie Sigismund Franz Erzherzog von Österreich), die als kaiserliche Gesandte sich nie auf der Straßburg aufhielten.

Unter Fürstbischof Kardinal Johann VIII. Freiherr von Goess wurde die Straßburg zur barocken Residenz ausgebaut. Zwischen 1680 und 1690 wurden die zweigeschoßigen Arkadengänge, die den Trakten hofseitig vorgelagert sind, vom Steinmetz Johannes Payr erbaut. Ursprünglich entsprach ein Bogen der rundbogigen Pfeilerarkaden im Erdgeschoß zwei Bögen der toskanischen Säulenarkaden im Obergeschoß (beim Wiederaufbau 1962 wurde diese klare Gliederung nicht wiederhergestellt). Die Hofwände wurden durch waagrecht laufende Putzbänder und Sgraffitodekor verziert. Stilistisch ist der Schlosshof der Renaissance verpflichtet. 1685 wurde das in den Zwinger führende Barockportal errichtet, ein Jahr später das Haupttor (an der Stelle des romanischen Haupttores). Die Kapelle wurde mit stark plastischem Stuckdekor und mit Wandmalereien von Adam Claus ausgestattet. Bei einem Erdbeben am 21. November 1767 wurde das Schloss schwer beschädigt. Nachdem 1783 die Residenz der Bischöfe nach Schloss Pöckstein verlegt worden war, verfiel das Schloss mehr und mehr. 1858 und 1904 kam es durch Blitzschlag zu Bränden. 1954 wurde aus Sicherungsgründen sogar ein Demolierungsbescheid erlassen. Durch die dadurch veranlassten Bemühungen begannen ab 1956 Rettungs- und später auch Wiederaufbaumaßnahmen. Heute ist das Schloss großteils wiederhergestellt.  

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Schloß Stein

Schloss Stein wurde im späten 12. Jahrhundert errichtet, um das Jahr 1190 wurde es im Besitz des gräflich ortenburgischen Ministerialen Haidenrichs de Lapide erwähnt. Im 13. Jahrhundert stand Burg und Herrschaft Stein im Besitz der Meinhardiner, Grafen von Görz. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Stein im Jahre 1440, als es im Besitz der Grafen von Cilli stand. Im Jahre 1456 kam es an die habsburgerischen Landesfürsten. Im Jahre 1500 verlieh Kaiser Maximilian I. Stein an Virgil von Graben und dessen Sohn Lukas von Graben zum Stein. Die Herren von Graben nannten sich fortan Von Graben zum Stein.

Nach dem Tod Christof David von Graben zum Steins entbrannte im Jahre 1664 um die mit hohen Steuerschulden belegte Herrschaft Stein ein Erbschaftsstreit, denn sowohl die tirolerischen Von Graben, abstammend von Georg von Graben, einem Sohn des Virgil von Graben, als auch die Herren von Lamberg stellten auf Stein Erbansprüche. Christof Davids Großcousin Hans [Johann] Karl von Graben hatte sich noch zu Lebzeiten von Innsbruck aus um das Erbe bemüht. Als sich Hans Karl über die genaue Verwandtschaft zu den im kärntnerischen verbliebenen Von Graben von Stein erkundigte ... muß ich schmerzhaftest vernehmen, man vermaine, wie in Tirol wohnhaften von Graben wären aus Kärnten emigrierte Bastarden. Hans Karl stellte daher einen genauen Stammbaum auf, in dem er eindeutig als Nachkomme des Virgil von Graben angesehen werden konnte. Nach genauer Recherche erkannte er, dass dieser aber damals als Altersgründen doch nicht als Lehensempfänger aufgetreten zu sein schien, sondern dessen Sohn Lukas, der ältere Bruder von Hans Karls Vater Georg von Graben. Somit war Hans Karl nur ein Seitenverwandter des ersten Lehensempfängers gewesen und laut der Erbfolge nicht erbberechtigt gewesen, da nur direkte Nachkommen des Lukas von Graben zum Stein erbberechtigt waren. Das Erbe fiel, da auch die Lamberger nur über die weibliche Linie mit den Von Graben zum (von) Stein verwandt waren, an die habsburgischen Landesfürsten zurück. Diese veräußerten es im Jahre 1668 an Balthasar de Pervellis. Im Jahre 1681 ist Stein an die den Herren von Graben enstammenden Orsini-Rosenberg gegangen. Die Burganlage befindet sich noch heutzutage in deren Besitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Baudetails: Der Bergfried, vom Palas getrennt und mit diesem ursprünglich durch eine Holzbrücke verbunden, ist heute teilweise verfallen und dient als Aussichtsturm. Eine kunsthistorische Besonderheit stellt die in der Nordostecke befindliche Doppelkapelle dar. Zwei romanische Kapellen aus dem 15. Jahrhundert sind übereinander angeordnet und durch eine Öffnung in der Decke miteinander verbunden. Beide Kapellen, von denen eine dem Heiligen Valentin und eine dem Heiligen Martin (geschaffen von Bartlmä Firtaler) geweiht ist, bergen bemerkenswerte Schnitzstatuen sowie Gewölbemalereien des Südtiroler Künstlers Simon von Taisten. 

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Waisenberg

Die Burgruine Waisenberg ragt auf einem isolierten, felsigen Waldkogel im Nordwesten der Kärntner Bezirkshauptstadt Völkermarkt/Österreich empor. Die noch vorhandenen Bauteile sind der Romanik, Gotik und Renaissance zuzuordnen. Waisenberg gehört zusammen mit den innerhalb eines Umkreises von etwa 1000 m liegenden Burgruinen Obertrixen und Mittertrixen zu den sogenannten Trixner Schlössern, die wiederum, ergänzt mit der Ruine Niedertrixen, die Trixner Burgengruppe bilden. Diese Burgengruppe kontrollierte den Zugang zum Görtschitztal und damit auch in das Bergbaugebiet von Hüttenberg. Der Name Waisenberg ist vermutlich auf den hellen Kalksteinfelsen zurückzuführen, auf dem die Burg steht. 

Wenn auch eine Inschrift aus dem 16. Jahrhundert von Waisen spricht, so dürfte der Burgname doch von den weißen Felsen des Burgberges abgeleitet sein. Aus geologischer Sicht handelt es sich dabei um eine Kalkklippe der erdgeschichtlichen Trias. Die Fachliteratur verwendet für die Wehranlagen des Trixner Tales die Bezeichnungen „Trixner Schlösser“ oder auch „Trixner Burgen(gruppe)“, allerdings mit unterschiedlicher Bedeutung. So benennt zum Beispiel Franz Xaver Kohlas „Kärntner Burgenkunde“ einerseits Ober-, Mitter- und Niedertrixen als Trixner Burgengruppe, bezeichnet jedoch andererseits Waisenberg als das westlichste, größte und repräsentativste der drei Trixner Schlösser. In den übrigen Erwähnungen wird unter Trixner Burgen die Gruppe Ober-, Mitter- und Niedertrixen verstanden. Historische Bezeichnungen für die Burg auf dem Waisenberg waren: Waysenberch in der ersten urkundlichen Erwähnung, castrum Waysenberc, Weyssenwurg. In der einheimischen Bevölkerung auch anzutreffen ist die falsche Bezeichnung Niedertrixen. Die Ursache dafür mag im Fehlen von weithin sichtbaren Bauteilen dieser letztgenannten Burgruine liegen.

Die Baugeschichte: Die Ruine Waisenberg hat nicht den Charakter einer mittelalterlichen Burg. Die von Weitem sichtbaren großen Fenster anstelle der üblichen schmalen Lichtscharten lassen jeglichen Wehrcharakter einer Burg vermissen. Tatsächlich gehören die heute sichtbar vorhandenen Bauteile der Spätgotik an und entstammen vorwiegend aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts. Von einer romanischen Burg ist nichts mehr erhalten. Da auch die örtliche Lage mit einem vom Süden her sanft ansteigenden Burghügel keine besondere Sicherheit gewährte, handelt es sich hier nicht um eine auf nachhaltige Abwehr eingerichtete Feste. Vielmehr stellt Waisenberg eines jener Schlösser dar, die nach Einführung der Feuergeschütze als Herrensitze gerade einmal nicht für jeden des Weges Ziehenden zugänglich waren. Selbst die 230 Meter lange Ringmauer stammt aus dem neuzeitlichen 16. Jahrhundert. Vom äußeren, im Südosten liegenden, zweigeschoßigen Torturm beginnend führt der Zugang in Form einer 270°-Spirale zum inneren Burgtor. Die Streckenführung gegen den Uhrzeigersinn ist ein weiteres Indiz, wie wenig bei der Anlage auf Wehrfähigkeit im mittelalterlichen Sinn Wert gelegt wurde: Verteidiger der Burg hätten den Nachteil gehabt, von angreifenden Feinden die schützende Schildseite präsentiert zu bekommen. Und auch die Zinnen und Scharten des äußeren wie auch des inneren Torturmes hatten wohl eher repräsentativen als wehrhaften Charakter. Die aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammende, viergeschoßige Hauptburg hat einen fast quadratischen Grundriss, an deren Nordwestecke der mächtige, runde Bergfried aus dem 15. Jahrhundert vorspringt.

Der einst frühgotische Palas wurde im 15. und 16. Jahrhundert durch Umbauten stark verändert. Große Teile sind bereits zu einem Schutthaufen zusammengefallen. Am besten erhalten ist der Westteil des Palas. Die zeichnerische Darstellung von Georg Matthäus Vischer aus dem 17. Jahrhundert mag, abgesehen von unrichtiger Wiedergabe einzelner Burgelemente (Bergfried als zartes Türmchen im Norden), wohl eine maßlose Übertreibung des Repräsentationscharakters von Waisenberg sein – viel mehr als Ringmauer, Zwinger und Burgtore waren als Wehrelemente tatsächlich nicht vorhanden. Einen ähnlichen Eindruck vermitteln die aus derselben Zeit stammenden Zeichnungen Valvasors. Seine Wiedergabe der Hauptteile entspricht dem Grundriss der Burg, lediglich die Wegführung ab dem äußeren Burgtor ist künstlerisch frei dargestellt. Ein weiteres Bild Valvasors zeigt den Kontrast zwischen den wehrhaften Burgen Mitter- und Obertrixen einerseits und dem Repräsentationsbau Waisenberg anderseits. Etwa 200 Jahre später entstand neuerlich eine Zeichnung von der mittlerweile bereits verfallenden Burgruine Waisenberg, dieses Mal mit Bleistift durch Markus Pernhart, den Maler der Kärntner Seen, Berge, Burgen und Schlösser. Auffällig ist, wie völlig anders Pernharts Zeichnung Waisenberg charakterisiert: In der Ansicht an die Festung Hohensalzburg erinnernd, besteht hinsichtlich Wehrfähigkeit kein Zweifel. Da der für seine detailgetreue Wiedergabe bekannte Pernhart den Auftrag hatte, Bauwerke, die aus finanziellen Gründen nicht vor dem Verfall gerettet werden konnten, zumindest im Bild zu konservieren und so vor dem Verfall zu bewahren, ist seinen Darstellungen mehr Glaubwürdigkeit zu unterstellen. Der auffälligste Unterschied zu den vorgenannten Zeichnungen aus dem 17. Jahrhundert besteht im fast vollständigen Fehlen der Dächer und sonstiger Holzelemente. Ursache ist zum einen die Ende des 18. Jahrhunderts eingeführte Dachsteuer, die als eine Form der Vermögenssteuer auf Basis der Dachflächen berechnet wurde und in deren Folge viele Burgen und andere Gebäude abgedeckt wurden, um Geld zu sparen. Zum anderen sind hölzerne Bauelemente dem Brand von 1790 zum Opfer gefallen. Welche der Ursachen als erste eintrat, konnte nicht ermittelt werden.

Grundriss der Burgruine: Der am häufigsten anzutreffende Grundrissplan der Burgruine Waisenberg stammt aus Otto Pipers siebenbändiger Monographie „Österreichische Burgen“. Ohne auf Details einzugehen, gibt diese Darstellung einen ausgezeichneten Überblick über die einzelnen Bauteile und deren Lage. Einen ähnlichen Grundriss fertigte der Kunsthistoriker Karl Ginhart an. Wesentlich umfang- und detailreicher sind die im Auftrag des Bundesdenkmalamtes vom Vermessungsbüro Reichhalter im Jahr 1989 angefertigten Grundrisspläne. Neben der exakten Vermessung aller Baueinzelteile enthalten die Pläne auch den Versuch der Altersangabe sowie die Darstellung mehrerer Geschoßebenen. Die ältesten Bauteile entstammen demnach dem 12. Jahrhundert. Es handelt sich hauptsächlich um die Außenmauern der Burg sowie ehemalige Wohnbauten, insbesondere im Süden. Nur wenig ist für das freie Auge noch sichtbar: Große Teile liegen unter dem Schutt verfallener Mauern, andere Teile fielen den Umbauten im 15. und 16. Jahrhundert zum Opfer. Ins 13. Jahrhundert datieren sekundäre Bauteile im Nordwestteil des Palas. Als „mittelalterliche Bauteile“ (vermutlich ist das 14. Jahrhundert gemeint) werden einige am Burghof liegende Mauern bezeichnet, die zu nunmehr verschütteten Wohn- und Kellerräumen gehörten. Das 15. Jahrhundert brachte mit der Errichtung des mächtigen, fünfgeschoßigen Bergfrieds eine markante Veränderung des Bauwerks, der sich ein bis ins 16. Jahrhundert reichender Umbau des dreigeschoßigen Palas anschloss. Am Ende dieser Umbauten erstrahlte Waisenberg als Renaissanceschloss mit spätgotisch profilierten Fensterrahmen, Hofarkaden und einem noch gut erhaltenen zweiarmigen Treppenhaus, das vom Burghof in die Wohnräume führte. 

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