Das Bodental (slow. Boden / kärntn. slow. Póden) ist ein entlegenes Hochtal in den Karawanken im Süden von Kärnten. Über Straße kann das nach Südwesten verlaufende Tal in knapp über 1.000 m Seehöhe vom Loibltal über den Bleiberger Graben, über Wanderweg vom Bärental aus erreicht werden. Das Gebiet gehört zur Katastralgemeinde Windisch Bleiberg und ist seit Anfang 1973 Teil der Stadtgemeinde Ferlach. Das Tal wird vom Bodenbach entwässert, der über den Tschaukofall in die Tscheppaschlucht fließt. Das früher landwirtschaftlich geprägte ca. 4 km lange Bergtal mit einem der herrlichsten Talabschlüsse der Kalkalpen hat sich zu einem beliebten Freizeitgebiet entwickelt. Im Sommer bieten sich Wanderungen etwa im Naturschutzgebiet oder zur Klagenfurter Hütte an. Im Winter ist das Tal eines der wenigen Wintersport-Gebiete der Karawanken mit Schipiste, Langlaufloipen, Winterwandern und Pferdeschlitten. Für die stetig abnehmende dauerhaft ansässige Bevölkerung gibt es außer der Landwirtschaft und den vier Gastbetrieben kaum Arbeitsmöglichkeiten. Arbeitende und Schulkinder pendeln in das 11 km entfernte Ferlach oder noch weiter nach Klagenfurt aus.
Im Gegensatz zum Bleiberger Graben, in dem seit dem 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1898 Blei und Eisenerz abgebaut wurde, ist das Bodental seit jeher eine bäuerlich dominierte Landschaft. Der ursprünglich von einem See bedeckte Talboden, immer noch mit sumpfigen und sauren Böden, wird in der vorderen Talhälfte als Žabnica von slow. žaba, dem Frosch bezeichnet. Die ersten Siedler kamen vermutlich auf Initiative des 977 gegründeten Zisterzienserklosters Viktring, zu dessen Grundherrschaft das Kloster gehörte. Man kann davon ausgehen, dass sie einen slawischen Dialekt sprachen. Wie aus Orts- und Flurbezeichnungen in Salzburg und Oberösterreich ersichtlich ist, verlief die Sprachgrenze zu den germanischen Sprachen um das Jahr 1000 viel weiter im Norden als heute. Frühe urkundliche Erwähnungen über Abgaben und Grundstückserwerbe im Bodental finden sich in den Aufzeichnungen des Archivs Dietrichstein des Kärntner Landesarchivs in den Urbaren und Stiftsregistern des 17. und 18. Jahrhunderts.
Das Meerauge (slow. Jezerce) ist ein in der Eiszeit durch einen Gletscher erzeugtes Toteisloch mit einem Teich in der Mitte. Er liegt in der Nähe des Gasthofs Bodenbauer in 1052 Meter Seehöhe und ist durch einen gut gesicherten Steig erschlossen. Die markante türkise Färbung des Wassers wird durch Algen hervorgerufen. Die Entstehung des Meerauges ist auf die letzte Eiszeit (vor 70.000 bis 10.000 Jahren), die so genannte Würm-Eiszeit, zurückzuführen. Neben dem mächtigen Draugletscher bildeten sich auch in den Karawanken lokale Gletscher, deren größter vermutlich der Bodental-Gletscher war. Dieser reichte vom Vertatscha-Kar fast 6 km talauswärts bis knapp vor Windisch-Bleiberg. Der Gletscher bedeckte den gesamten Talboden und war bis zu 120 m mächtig. Mit der zunehmenden Erwärmung vor zirka 12.000 bis 10.000 Jahren zog sich der Bodental-Gletscher schrittweise zurück, wobei im eisfreien Vorfeld ein See entstand. Dieser wurde im Laufe der Zeit von Gesteinsmaterial allmählich zugeschüttet. An der Stelle des heutigen Meerauges lag vermutlich ein zurückgebliebener Toteisklumpen, der nach seinem völligen Abschmelzen eine sichtbare Bodenvertiefung hinterließ. Diese Bodenvertiefung wird ausschließlich durch den Grundwasserstrom in den Schwemmschuttschichten des Talbodens gespeist, was die am Grunde des Meerauges aufsteigenden Quellen anzeigen. Derartig aufsteigende Grundwasserquellen treten nicht nur in unmittelbarer Nähe des Meerauges auf (nördlich befinden sich zwei kleinere Becken, wobei das größere den Namen „Ochsenauge“ trägt), sondern öfters auch verstreut in den umliegenden Wiesen.
Sage vom Meerauge „Einst sanken zwei Ochsen mit Wagen und Heu - in die Tiefe - es war in Sekunden vorbei. Nichts zeugte vom Unglück, vom finsteren Grauen. Nicht die Welle, die kleinste konnt` das Auge erschauen. Erst Wochen danach und jenseits der Höh` trieb das Ochsenjoch drüben im Veldeser See!“
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